Hier erfahrt Ihr alles zum Thema Stillen

Warum das Stillen deinem Baby (und dir) so gut tut?

Die Muttermilch hat über 200 verschiedene Substanzen und entwickelt sich während der Entwicklung deines Babys, sprich, die Substanzen verändern sich mit der fortschreitenden Entwicklung deines Babys.
Muttermilch enthält Eisen, Fett und Zucker, was sehr wichtig ist für das Gehirn und Nervensystem, sprich die geistige Entwicklung deines Babys.
Außerdem enthält sie Hormone, welche für das Wachstum deines Babys verantwortlich sind. Zudem erhält dein Baby durch die Muttermilch besondere Antikörper, welche das noch nicht voll entwickelte Immunsystem deines Babys schützen – ein Tropfen Muttermilch hat 4000 Antikörper, welche Viren oder sonstige bösartige Dinge im Körper deines Babys ausfindig machen und vernichten. In ihr sind auch Bakterien enthalten, welche sich um den Aufbau des Verdauungstrakes kümmern.
Sie enthält auch Okytocin und Prolaktin, welche deinen Stresslevel reduzieren und deine Laune positiv beeinflussen. Durch die Weitergabe an dein Baby schaffst du eine festere emotionale Bindung.
Die Muttermilch hat immer die richtige Temperatur und du musst dir auch keine Sorgen machen, dass dein Baby zu viele Nährstoffe erhält, da es immer genau die richtige Menge erhält, welche es benötigt.
Sie schützt auch vor Anämie und Allergien.

Welche Nährstoffe enthält die Muttermilch?

Die erste Muttermilch, die deinen Körper verlässt, nennt man Kolostrum oder auch Vormilch. Diese enthält eine große Vielzahl an Proteinen und Vitaminen unter anderem Vitamin A, E, B12, Chloride und Vitamin K, deren Anteil bei der Vormilch doppelt so hoch ist wie bei der Reifen Muttermilch.
Mit dieser wird dein Kind in den ersten 3-4 Tagen nach der Geburt versorgt. Sie unterscheidet sich von der normalen Muttermilch nicht nur durch die Nährstoffe, sondern auch durch ihre Funktionalität.
Die Antikörper in der Muttermilch helfen den Darmepitheln (eine Schicht, die den Darm bedeckt) dabei, sich zu entwickeln.
Das Kolostrum enthält weniger Fett und Kohlenhydrate als die richtige Muttermilch, wodurch es im Magen deines Kindes auch besser verarbeitet werden kann. Zusätzlich filtert auch schlechte Bakterien aus dem Körper deines Babys.

Die Transitorische- oder Übergangsmilch wird in der frühen Nachgeburtsperiode (4. – 14. Tag nach Geburt) gebildet. Diese ist flüssiger und weißlicher als die erste Muttermilch.

Die Reife Muttermilch wird etwa ab dem 15. Tag nach der Geburt gebildet, welche dann über den gesamten Zeitraum der Stillzeit stabil bleibt.
Auch diese besteht hauptsächlich aus Wasser, wodurch der Flüssigkeitsbedarf deines Babys auch bei Hitze ausreichend gedeckt ist. Das Hauptkohlenhydrat der Muttermilch ist Laktose, zudem hat sie mehr Kalorien als das Kolostrum und einen höheren Anteil an Kohlenhydraten und Fett.

Wie ist Muttermilch aufgebaut?

90% der Muttermilch besteht aus Wasser, 10% sind andere Nährstoffe.
Diese 10% setzen sich etwa wie folgt zusammen:
» 7 Gr. Kohlenhydrate
» 4 Gr. Fett
» 1 – 1,5 Gr. Eiweiß
» 0,3 Gr. Spurenelemente
» 47 mg. Kalium
» 14 mg. Natrium
» 33 mg. Calcium
» 3 mg. Magnesium
» 15 mg. Phosphor
» 58 µg. Eisen

Mythen zum Thema Stillen

Heutzutage spielen viele Frauen mit dem Gedanken zu Stillen.
Auch der gesellschaftliche und ärztliche Druck immer größer, wodurch zu diesem Thema viele Theorien entstanden sind.

1. Stillen ist schmerzhaft

FALSCH! – Du musst beim Stillen nicht unbedingt Schmerzen verspüren. Bei manchen Frauen können die Brustwarzen sehr empfindlich oder porös (durch Trockenheit) sein. Dies bedeutet aber nicht, dass dies eine Auswirkung vom Stillen ist, sondern deine Brustwarzen sehr empfindlich sein können. Hier kannst du deine Hebamme oder Arzt um Rat fragen.

2. Meine Brustwarzen stehen nicht, also kann ich nicht stillen.

FALSCH! – Jede Brustwarze ist unterschiedlich, genauso wie es keinen Menschen ein zweites Mal gibt. Manche sind groß oder klein, manche sind spitz und manche spielen verstecken, was überhaupt nicht bedeutet, dass du nicht stillen kannst. Wichtig ist, dass falls du “schwierige” Brustwarzen hast, dass du dein Baby unmittelbar nach der Geburt an deine Brüste führst, um es zum Nuckeln zu animieren. Falls dein Kind direkt mit einer Flasche ernährst, kann es nämlich sein, dass es – aufgrund der Beschaffenheit des Fläschchens –  deine Brüste nicht mehr “akzeptiert”.

3. Meine Brust ist zu klein und produziert nicht genug Milch?

FALSCH! – Die Brüste einer Frau bestehen aus Drüsen und Fett. Das Fett ist für die Größe der Brüste verantwortlich. Finde also eine gute Technik um dein Kind zu stillen. Umso öfter du dein Kind stillen wirst, umso mehr Milch werden die Drüsen in deiner Brust produzieren.

4. An warmen Tagen muss ich meinem Kind trotzdem Wasser geben?

FALSCH! – Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, dein Kind bis zum 6. Monat zu stillen. Kinder, welche mit Muttermilch aufwachsen, sollte man keine ergänzende Nahrung geben. Wenn es warm ist, still dein Baby einfach häufiger. Vergiss nicht, dass Muttermilch bis zu 90% Wasser enthält, sodass dein Kind ausreichend mit Wasser versorgt ist.

5. Die Muttermilch hat nach einem Jahr keine Nährstoffe mehr?

FALSCH! – Wenn du dich dazu entschieden hast, dein Kind langfristig (länger als 6 Monate) zu stillen, bedeutet dass nicht, dass dein Baby auf notwendige Nährstoffe verzichten muss. Die Muttermilch entwickelt sich mit deinem Kind, sprich sie passt sich immer an die Entwicklung deines Kindes an.

6. Wenn ich stille brauche ich eine spezielle Diät?

FALSCH! – Es gibt so etwas wie eine Diät für stillende Mütter nicht. Muttermilch wird durch die Drüsen in deinen Brüsten produziert. Die Nährstoffe, welche du über die Nahrung aufnimmst, werden zersetzt und über deas Blut in die Drüsen befördert und so deinem Baby zugeführt. Nur die Nährstoffe, welche sich in deinem Blut befinden (Geschmack der aufgenommenen Nahrung) wird dein Baby erhalten. Was sich nicht in deinem Blut befindet sind z.B. Kerne, Kohlensäure.

7. Meine Mutter hat keine Milch produziert, also ich auch nicht?

FALSCH! – Mängel, die das Stillen betreffen, werden nicht über die Gene übertragen. In den häufigsten Fällen, in denen Muttermilch fehlt, spielt Stress eine bedeutende Rolle.Vergiss nicht, dass Kinder früher der Mutter direkt nach der Geburt weggenommen und nur alle 3 Stunden gesäugt wurden. Heutzutage haben wir zum Glück die Möglichkeit, das Kind zu jeder Zeit bei uns zu haben, wodurch der Stresspegel reduziert wird.

8. Ich muss Milch trinken, damit ich Milch produzieren kann?

FALSCH! – Vielleicht ein etwas blödes Beispiel, aber denk mal an eine Kuh oder Pferd, diese ernähren sich auch hauptsächlich von Gras oder Getreide und können trotzdem ihre Jungen säugen.

9. Wenn ich stille darf ich keinen Sport machen.

FALSCH! – Zwar erhöht sich durch kraftintensives Training der Milchsäurespiegel, allerdings pendelt sich dieser nach einer gewissen Zeit (etwa 30 min.) wieder ein und normalisiert sich. Vergiss nicht, dass die Muttermilchsäure erst durch ein sehr intensives Training produziert wird, bei dem dein Blutdruck bei über 140 Schlägen pro Minute ist.

10. Ich muss viel Wasser trinken, wenn ich stille?

FALSCH! – Wenn du mehr Wasser zu dir nimmst, heißt das nicht, dass du mehr Muttermilch produzieren wirst. Du solltest einfach so viel trinken, wie dein Körper benötigt.